Kapitel 9


2004-7-6

Ein kleines, blasses Wesen flattert voller Aufregung durch den Palast. Ein kleines Wesen mit weißen Flügeln, kaum größer als ein Finger, auf der Suche nach seiner Herrin, wie eine Motte nach der Laterne.

Die Herrin der Nacht sitzt in ihrem Gemach, vor einem Spiegel aus Mondsilber. Sie betrachtet ihr Spiegelbild und kämmt ihr nachtschwarzes Haar. Ihre weiße Haut bildet einen starken Kontrast zu dem leuchtenden Rot ihres Kleids. Eine Farbe wie frisches Blut, so recht geeignet für eine Herrin des Todes. Im Ausschnitt, auf der schneeweißen Haut, leuchten drei Steine, in ihrem blauen Feuer nur übertroffen von den Augen Marianas. Augen so kalt und klar wie das Eis ihres Reichs. Durch das große Fenster fällt fahles Mondlicht. Kaltes Licht, reflektiert vom Schnee, der auf den Dächern des Palastes und dem ganzen Reich liegt, wie ein Leichentuch aus ewigem Eis.

"Lady Mariana, Lady Mariana, der Stallwart meldet, Prinz Druhns Hengst ist zum Palast zurückgekehrt, alleine, in einem Zustand völliger Verwirrung."

"Wieder einmal.

Danke, Schneeflocke, mein treuer Diener. Flieg nun schnell und hol mir Maran her. Maran von den Schatten, oberster Späher der Nacht, und mein treuer Vasall. Heiße ihn sich zu eilen, daß er seine Herrin nicht erzürne."

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Martin Spernau
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