Kapitel 11


2004-7-6

Ein struppiges Wesen tritt gebeugt vor den Thron der Herrin. Eingehüllt in einen blauschwarzen Umhang, ist seine Gestalt nicht genau auszumachen. Weit vorgestreckt, ist sein Kopf fast völlig von einer Kapuze bedeckt. Nur die Schnauze ragt heraus, die Barthaare zittern erregt.

"Eurr Majestät, hirr bin ick. Ick, Maran von den Schatten, immrr Eurr errgebenstrr Dienrr."

"Du bist schnell gekommen, Maran von den Schatten. Schneeflocke, flieg schnell, und sorge dafür, daß sein Reittier gut versorgt wird!"

"Dass irr inn von den Pferrdn ferrn halt´t!"

"Flieg schon, mein Freund, ich komme hier allein zurecht!"

"Wass isst sso wickt´g, dass irr eurrn trreu´n Dien´rr forrtsckt? Wass isst sso geheim?"

"Maran, das Folgende ist eine Sache zwischen uns. Niemand sonst darf davon erfahren. Ich habe einen besonderen Auftrag für dich. Ich kann mir deiner Verschwiegenheit gewiß sein?"

"Diess Frrage auss dem Mund mein´rr geliebt´n Herr´n krränckt mick. Warr ick nickt imm´rr trreu und verrschwig´n? Irr hapt mein Worrt, wenn dass nickt genügckt, mackt irr mick trraurrick, serr trraurrick."

"Nein, Maran, dein Wort genügt. Ich möchte, daß du meinen Sohn beschattest. Ich möchte wissen, wohin er reitet, und warum sein Pferd immer alleine zurückkehrt. Ich baue auf deine Zuverlässigkeit. Niemand, und vor allem nicht Prinz Druhn, darf auch nur den geringsten Verdacht schöpfen. Wir verstehen uns, Maran?"

"Wirr verrsteh´n unss, Herr´n. Ab´rr wass isst mit mein´r Belohn´g? Herr´n, Irr wissst ..."

"Ja, Maran ich kenne deinen Herzenswunsch. Und ich werde darüber nachdenken, auch wenn ich nicht glaube, daß Schneeflocke sehr erfreut sein wird."

"Sschon die Hoffng mackt glücklick, Herr´n. Ick eile, mein Auftr´g rruft!"

"Herrin, Herrin, Marans Reittier ist nicht im Stall, nicht im Stall! Der Knecht ist völlig außer sich, außer sich, drei Eurer besten Rappen sind verschwunden, einfach verschwunden!"

"Reitwölfe sind eben unberechenbar, Schneeflocke. Beruhige dich, das Tier hat nur Marans Belohnung im voraus eingefordert, auch wenn er darüber nicht glücklich sein wird. Sei froh, mein Freund, und genieße das Leben, das du führen darfst."

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Martin Spernau
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