Kapitel 21


2004-7-6

Erschreckt fährt Luci aus ihrem Traum hoch. Draußen ist es noch dunkel. Ihr Herz jagt, als wäre sie selbst gerannt. Diese schwarzen Augen! Dieser Typ im Speisesaal!

Lange sitzt Luci da, eingehüllt in ihren Schlafsack. Sie ist verwirrt, verwirrt und einsam. Diese Augen gehen ihr nicht mehr aus dem Kopf. Was hat die finstere Gestalt mit den gelben Augen zu ihr gesagt?

Geh bei Nacht. Nur so kannst du finden, nur so helfen.

Es ist noch Nacht. Und schlafen kann ich eh nicht mehr.

Luci schlüpft aus ihrem Schlafsack und in ihre Sachen. Plus einem warmen Pulli. Dann rollt sie ihren Schlafsack zusammen, und macht ihn am Rucksack fest. Diesmal will sie vorbereitet sein. Und hungern wird sie nicht müssen. Sie hat noch genug Konserven für drei Mahlzeiten. Vor dem Zelt kehrt sie noch einmal um und kramt den Zettel aus der Rucksacktasche.

Wer immer das hier liest.

Noch geht es mir gut, und ich danke euch für eure Vorsorge. Ob ich noch einmal zurückkomme, ich weiß es nicht. Wenn nicht, sagt meinen Eltern Bescheid. Ich liebe sie, auch wenn sie manchmal nerven. Wenn es irgend etwas nützt, ich bin bei Nacht gegangen.

Tschüß dann,

Eure Luci

Sie legt den Zettel an die Stelle, wo sie bis vor kurzem noch geschlafen hat. Sorgfältig verschließt sie die Zeltplane und macht sich auf, in Richtung der alten Eiche.

Ich mache mich hier völlig zum Trottel! Ich weiß doch nicht einmal, wo und wie ich suchen soll! Weiß ich eigentlich, was ich suche? Hoffentlich hab ich mehr Erfolg als du, Druhn!

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Martin Spernau
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